10.9.09

Plansequenzen

Es ist schon fast eine Mohrenarbeit, sich durch die vielen Plansequenzen der Filmgeschichte zu wühlen, weswegen ich Jochen hiermit einfach mal auffordere, einen "glorreiche 7" Beitrag darüber zu verfassen, und selbst nur 2 aktuelle Beispiele aufführe, die aber beide besser sind, als Dünkirchen im phänomenal überberschätzten "Atonement".

1. Die beeindruckendste Sequenz aus dem sonst relativ dürftigen Tom Yum Goong:


2. Die wohl beste & aufwendigste Sequenz der letzten 150 Jahre, die ich wegen der beschissenen Youtube Wichser leider nicht einbinden kann.

Hier gibt es außerdem noch eine hübsche Playlist mit 20 gesammelten Plansequenzen, die die unerschöpfliche Masse allerdings gerade einmal ankratzen. Viel Spaß.

Kommentare:

  1. WTF - der Lampenkick mit Telemark-Landung eignet sich ja prima zum Vandalieren!

    Die Autoszene finde ich ja fast noch besser bei Children of Men.

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  2. Wäre in der Tat einen glorreichen-7-Post wert. Aber daran ist momentan leider nicht zu denken, weil ich nicht einmal über einen Telefon- und Internetanschluss verfüge (Umzug). Vom Zeitmangel ganz zu schweigen. Ist aber im Langzeitgedächtnis abgespeichert :-)

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  3. Solange Atonement dann nicht dabei ist...;-)

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  4. Ich fand die Atonement-Fahrt damals schon gut, müsste sie mir aber noch einmal anschauen. Warum hältst du sie denn für so überschätzt?

    Kandidaten wären für mich (ohne lange nachzudenken): Raising Cain (Fahrt durchs Polizeirevier), Bonfire of the Vanities (Opening), Oldboy (Hämmerchenszene), Magnolia (Fahrt durch den TV-Sender) und Boogie Nights (Opening).

    Habe aber das Gefühl, viele gut vergessen zu haben ;-)

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  5. Ich halte sie nicht für überschätzt, ich halte den Film für überschätzt. Und es ärgert mich, daß diese Szene damals so gefeiert wurde, obwohl außer einer Kamerafahrt über einen Strand nichts allzu Komplexes daran ist. Im Gegensatz zu einem 6-minütigen Häuserkampf, einer 4-minütigen Klopperei, oder einer 5-minütigen Autoverfolgungsjagd, über die in der Presse wenig bis gar nichts geschrieben wurde. Das letzte Mal, daß ich vor Atonement in einer Kritik etwas über eine Plansequenz gelesen habe, war bei "Snake Eyes", die alleine Aufgrund ihres Endlosmonologes auch wesentlich aufwendiger sein dürfte, als eben jene Strandszene.
    Ich schau sie mir aber gleich nochmal an, vielleicht tue ich ihr ja Unrecht ;).

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  6. Die Plansequenz in SNAKE EYES mag ja logistisch ganz hübsch sein (wobei ich damals sicher war, dass da getrickst wurde), sie hat nur - wie fast alle technischen Spirenzien bei De Palma - keinerlei Sinn und ist typisch ausgestelltes Handwerk (gähn).

    In ATONEMENT verhält es sich ähnlich, ich habe überhaupt nicht verstanden, was das nun sollte. Es hatte keinen wirklichen Mehrwert für die Szene. So versiert es inszeniert sein mag.

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  7. Na wenn Du meinst, daß da getrickst wurde, war es wohl auch so ;)

    Die Ideologiekritik erschließt sich mir allerdings nicht - muß eine Plansequenz zwingend einen Grund haben, um schön zu sein?
    Kunst um der Kunst Willen ist doch nicht automatisch schlecht.
    Welche Szenen bekommen Deiner Auffassung nach dadurch einen Mehrwert?

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  8. Na ja, die Plansequenzen in CHILDREN OF MEN z.B. geben dem Film insofern einen Mehrwert, als sie eine enorme (An)Spannung evozieren und dadurch die pausen(/schnitt)lose Jagd/Flucht der Protagonisten deutlich intensivieren. Hier sind formale Gestaltung und Rezeption sozusagen deckungsgleich.

    In ATONEMENT hat sich mir kein Sinn für die plötzlich eingeschobene Plansequenz ergeben.

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  9. Das geht aber auch mit kleinen Schnitten hier und da. Viele bekommen gar nicht mit, daß es da keine Schnitte gibt, wenn sie nicht mit der Nase darauf gestoßen werden.

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  10. Folge 4 von Psychoville ist eine Hommage an "Rope", d.h. die Folge läuft 28 Minuten ohne Schnitt mit einer Leiche in einer Kiste und einem ermittelnden Inspektor. Dabei haben die Scherzkekse sich scheinbar absichtlich viele Steine in den Weg gelegt, sodaß einer dem anderen nach 13 Minuten die Krawatte mit einem Windsorknoten bindet, oder die Kuckucksuhr nach über 17 Minuten an einer ganz bestimmten Stelle losgehen muß, um die Handlung nicht zu ruinieren. Sehr sehenswert.

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