Die Qualität des Filmes läßt sich am besten durch den Cameoauftritt seines besten Darstellers beschreiben. Bill Murray ist blaß, sowohl physisch als auch darstellerisch und agiert träge und lustlos wie ein Zombie - und das obwohl er gar keinen Zombie spielt. Möglicherweise hat er zu spät erkannt, daß der Film nicht halten kann, was sich viele davon versprochen haben. Die Gags sind stark überpräsent, wobei nur maximal jeder 5. zündet, und die fehlende Originalität des Drehbuchs wird versucht durch hippe Texteinblendungen, schnelle Rockmusik und redundantes voiceover zu kaschieren. "Zombieland" ist somit eher ein zweiter "Return Of The Living Dead II" als ein "Shaun Of The Dead", was bedeutet, daß er den anderen Direct-to-DVD Produktionen des Genres der letzten Jahre nur eins voraus hat: Man kann mal wieder einen Zombiefilm auf der großen Leinwand sehen. Muß man aber auch nicht unbedingt.
Ich habe beim besten Willen keinen Plan, warum ich diesen Film mochte; immerhin wandelt sich der liebenswerte Taugenichts zu einem verantwortungsbewußten Menschen, um seine Angebetete zu bekommen, sodaß am Schluß zwei reife Erwachsene in einem netten Häuschen mit weißem Gartenzaun ein Kind großziehen können - biederer geht es kaum. Vielleicht ist hier ja auch der Weg das Ziel, und wenn Aniston in einem Motel absteigt und dort aus Langeweile mit dem Nachtportier eine Nummer schiebt, ist der Weg zumindest nicht der schlechteste. Dumm nur, daß sich eben jener Slacker der Liebe seines Lebens gegenübersieht und ihr hinterherreist. Sie braucht das ganze Beziehungsgedöns zwar nicht, schmeißt ihn aber auch nicht raus. Dann habe ich einen Blackout und auf einmal ist sie mit Woody Harrelson verlobt, aber von Zahn schwanger, der inzwischen im Lagerraum eines chinesischen Restaurants wohnt, um in der Nacht vor Jennys Fenster zu musizieren. Immerhin greift man nicht in die volle Clichékiste und Woody ist kein totales Arschloch; am Ende ist er einfach ein armer Kerl, der von seiner Verlobten verlassen wurde, da das aber nicht seine Geschichte ist, kann die Kamera schnell abblenden und sich wieder Steve Zahn widmen, womit der Bogen zum Anfang/Ende geschlagen wurde. Jetzt hab ich Arschloch Euch den ganzen Inhalt verraten, warum solltet ihr ihn also noch sehen? Weil es doch eine eher leise Komödie ist, in denen die dramatischen Töne stärker hervorgehoben werden, und Aniston eine ihrer besseren Performances abliefert, was in Anbetracht ihrer bisherigen Karriere allerdings auch nicht allzu schwer ist. Meine Hauptsympathie gilt dabei aber Zahn, der mit der störrischen Dickköpfigkeit eines ewigen Kindskopfes versucht, sein Ziel mit allen Mitteln zu erreichen, und dabei niemals aufgibt, sodaß...jetzt hab ich schon wieder den Faden verloren - ach, schaut den Film doch einfach selbst!