8.5.10

Ermüdender Routinesex



Home Of The Giants
Seltsame Mischung aus Sportfilm, Thriller und Coming Of Age Drama, die durch Haley Joel Osment getragen wird. Dabei fällt momentan automatisch der Vergleich mit der Bullock-Oscar-Katastrophe ein, den Home of The Giants nicht zu scheuen braucht. Aber eigentlich ist jeder Film im Vergleich mit "Blind Side" besser...

Beauty And The Briefcase
TV-Film für Masochisten: Hilary Duff will unbedingt für "Cosmo" schreiben und geht undercover, um zu schauen, ob es in der Wirtschaft nicht ein paar geile Typen gibt. Kling bescheuert ist aber noch viel dämlicher. Hab ich erwähnt, daß Hilary Duff mitspielt? Und daß sie am Ende die große Liebe findet? Schööööön...*schmacht*

Wake
Bijou Phillips (mal nicht total abgeranzt) crasht gerne Beerdigungen (wie Will Ferrell in "Wedding Crashers") und findet dabei den perfekten Kerl. Dumm nur, daß er von der Polizei verdächtigt wird, seine Verlobte umgebracht zu haben. Doppelt dumm, daß sie aus Versehen den Verlobungsring aus dem Sarg klaut. Dreifach dumm, daß sie ihm erzählt, seine tote Verlobte und sie wären Freunde. Vierfach dumm, daß er wirklich was zu verbergen hat, und sie nun um ihr Leben fürchtet. Gar nicht dumm, daß der Film erfrischend anders ist und - obwohl aus der Sicht der Frau erzählt - keine stereotypen Rollenverteilungen bietet - auch wenn das Ende alles andere als überraschend ausfällt.

New York, I Love You
Ein Arsch voll Regisseure, noch mehr Stars und Sternchen und viele ineinander verwobene Geschichten in New York. Dabei nervt nicht einmal der eigentlich untalentierte Brett Ratner, und von seicht komisch bis traurig tragisch ist alles dabei. Schade: Scarletts Regiedebüt wurde wegen zu schlecht aus der finalen Version geschnitten.

Prom Wars
Kanadischer Zickenterror verursacht einen Privatkrieg zwischen zwei ohnehin schon verfeindeten Privatschulen. Warum tut man sich so etwas immer wieder an? - Ach ja, Alfons ist komplett schmerzfrei und hofft dabei immer wieder auf den großen Wurf. Und die interessantesten Titel stehen nun einmal oft im untersten Regal. Der hier gehört dann vielleicht doch nicht in die Kategorie, aber hat immerhin viele unverbrauchte Darsteller, R-rated Dialoge und einen Haufen Nerds zu bieten, die am Ende die Mädchen kriegen - passiert im Kino irgendwie öfter als in der Realität...

Daybreakers
Atmosphärischer Vampirkäse, futuristischer Look, wenig Action, etwas Drama und übler Gore lassen Daybreakers überraschenderweise zu einem hübschen B-Film werden - und mehr hatten die Spierig Brüder wohl auch nicht vor.

Me And Orson Welles
Richard Linklater zeigt anhand des Schicksals einen jungen Mannes, was Orson Welles für ein Arschloch war. Die Kombination aus Talent und dem Wissen um das eigene Talent ist eben nicht immer die beste. Der junge Mann lernt außerdem noch auf die harte Tour, wie die Besetzungscouch funktioniert, daß viele Frauen nur dumme Huren sind, und daß das Showgeschäft kein Zuckerschlecken ist. Man mag es nach diesen Worten kaum glauben, aber Linklater hat hier einen bezaubernd charmanten Theaterfilm abgeliefert, der bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend besetzt ist.
Zac Efron! *schmacht*

Valentine's Day
Wieder so ein gescheiterter Versuch eines romantischen altmanschen Episodenfilms, der sich leider um den lächerlichsten aller Feiertage dreht. Wäre nicht von Anfang an klar, daß sich wirklich jedes noch so kleine Problem am Ende in Wohlgefallen auflöst, damit sich jeder in den Armen liegen kann, hätte man vielleicht was reißen können - so bleibt leider nur eine Pointe alle 20 Minuten, was bei 130 Minuten aber immerhin 6,5 ausmacht. Ist also lustiger als jeder Bully Film.

All About Steve
Absurd grotesker Streifen, der im schnellen Wechsel mit Zoten und sprödem Drama jongliert, und dabei in 90 Minuten mit mehr auffährt als dem durchschnittlichen Zuschauer zugemutet werden darf. Bullocks Charakter nervt so sehr, daß es wehtut, was nach all den Jahren als nettem Objekt der Begierde ein echter Balsam für die Seele ist. Die Goldene Himbeere ist dabei natürlich ebenso lächerlich wie der Oscar für den anderen Streifen.

Towelhead
Ein Redneck und ein konservativer Libanese mit amerikanischem Paß zeigen, wie stereotyper Rassismus funktioniert. Dabei kann man sehen, wie American Beauty eventuell hätte aussehen können, hätte Ball selbst Regie geführt. Frei nach dem Motto "Kindermund tut Wahrheit kund" wird die Geschichte aus der Sicht eines 13-jährigen Mädchens erzählt: wertungsfrei, bitterböse und sehr komisch.

The Notebook
Grottenschlechte Schmonzette, geschrieben von einem augenscheinlich heterosexuellem Kerl, der damit jegliche Männlichkeit beleidigt und zum Fremdschämen animiert.
Seltsamer Effekt: Frauen werden reihenweise feucht, wenn der Name Nicholas Sparks ertönt. Erinnert irgendwie an: "Wie können Sie nur so gut über Frauen schreiben?" - "Das ist ganz einfach; ich nehme einen Mann und subtrahiere Verstand und Zurechnungsfähigkeit." Sparks ist vermutlich aber doch nur eine Klemmschwuchtel.

Iron Man 2
Wenn man in einer Fortsetzung wenig auf erweiterten Charakterbau setzt, muß man es wenigstens ordentlich krachen lassen, das funktioniert bei Michael Bay schließlich auch. Vor dem transformerschen Totalausfall bewahrt einen dann aber Downey jr. und eine selbstironische Inszenierung seitens Jon Favreaus, wodurch der Film zu einem unterhaltsamen Blockbuster wird, der dem ersten Teil zwar in wenig nachsteht-, ihn aber eben auch nicht wirklich ergänzend weiterführt.

Bitten
Jason Mewes kommt nach Haus und seine Ex-Freundin liegt tot in der Ecke, während die Dame, die er Tags zuvor aus dem Müll gerettet hat, blutverschmiert daneben sitzt. Da "Bitten" eher ein Softporno als alles andere ist, reagiert Mewes daraufhin damit, die blutverschmierte Dame erst einmal zu knallen und sich dann erst den Kopf darüber zu zerbrechen, wie er die Leiche entsorgen kann.
Bewundernswert zeigt Mewes hier, wie er versucht, fehlendes Schauspieltalent mit der exzessiven Benutzung des Wortes "Fuck" wettzumachen, um daran kläglich zu scheitern.
Wesentlich besser ist da die Hauptdarstellerin Erica Cox (kein Pornoname!), die mit ihren Titten viel eher in der Lage ist, von ihrem Unvermögen als Schauspielerin abzulenken. Alfons durchschaut den Plot trotzdem: Bitten ist ganz großer Mist.

Dirt Diggler ergänzt mal um Synecdoche, New York
Charlie Kaufmans Regiedebüt. Anders als Michel Gondry und Spike Jonze ergibt sich Kaufmans Regie vollkommen der Geschichte. Die ist mal wieder Mindfuck bester Kajüte. S.P. Hoffman spielt einen Theaterregisseur, der sein eigenes Leben inszeniert, dupliziert und noch weiter verlambdafacht. Das ist natürlich plump von den Filmen des berühmten Björn Last geklaut. Kaufmans Film ist ein bisschen egozentrisch, schwermütig und hypochondrisch : Das Leben wird stellenweise als eingebildete Krankheit begriffen und vor dieser Krankheit herrscht große Angst.

Kommentare:

  1. Towelhead klingt interessant, der letzte hat aber auch was.

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  2. Synecdoche hab ich hier auch noch, da erwarte ich Großes.

    Towelhead ist durch und durch Alan Ball - den kann man bedenkenlos blind kaufen.

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  3. Der ist ja noch nicht in D erschienen. Och nö, kein Bock auf Auslandskauf und Arisch sprechen die da bestimmt auch nicht. Muss wohl noch ein bisschen warten.

    Synecdoche muss man unbedingt mehr als einmal sehen. Dementsprechend will ich auch noch kein abschließendes Urteil bilden. Er hatte aber auch seine zähen Momente.

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  4. Ach Gotting, is datt süß, jetzt gucken sie schon anspruchsvolle Filme wie SYNECDOCHE, NEW YORK hier.

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  5. Also ich fand den Kaufmann spätestens nach 45 Minuten nur noch langatmig in seiner ewigen Spiegelei. Erwarte am besten nicht zu viel, Alfons - vielleicht war das mein Fehler. So habe ich daraus gelernt: Wenn Lobeshymnen gleichermaßen aus den Häusern Rudi und Vega kommen, muss was faul sein!

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  6. Keine Sorge Rajko, ich spul eh nur zu den Titten.

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  7. Und die hat Synecdoche schließlich zu bieten. allerdings hätte ich lieber die von Samantha Morton gesehen.

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  8. Verständlich - die hält sich schließlich immer sehr bedeckt

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  9. Gib mir mal bitte die Zugangsdaten von Deinem Account.

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  10. Username:AlfonsDeGrandqueue
    Passwort:555-Schuh

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  11. Warum wundert es mich nicht, dass dir die Grotte um Steve nun auch gefallen hat? Ach ich vergaß, der ist mit seiner nervigen Sandra Bullock ja so hübsch konsequent nervig, dass man das als gut ansehen muss. Gott, verstehe mal einer die alten Dresdner und dicken Berliner! ;-)

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