6.4.10

Quickies



Ninja
Dämlicher-, aber bis auf den Anfang sehr kurzweiliger C-Actioner, der mit einigen gut choreografierten Kämpfen aufwartet. Schönster Moment: Nachdem die Baddies ca. 400 Schüsse auf Adkins und seine Freundin abgefeuert haben, kommt während des Nachladens der Satz "Denkt dran - wir brauchen sie lebend."

New Moon
Furchtbar biederer Kitsch für Mädchen, Masochisten oder für arme Kerle, die hoffen, danach zum Stich zu kommen. Wartet immerhin nicht wie der Vorgänger mit der fanatisch religiösen Enthaltsamkeitskeule auf, sondern lehrt Frauen, wie man Kerle für die man sich nicht interessiert an der kurzen Leine hält, ohne sie ranlassen zu müssen. Das ist wiederum Pech für die oben angesprochene Zielgruppe Nr. 3 - ein listiges Filmchen...

Ninja Assassin
Nach "V For Vendetta" läßt McTeigue den Anspruch völlig weg und haut uns ein mordsmäßiges Actionfeuerwerk um die Ohren, ohne dabei aber seine satirisch-humorige Handschrift vermissen zu lassen. Ein paar unfreiwillige Lacher gibt es dabei allerdings auch, was den Film aber nicht weniger unterhaltsam macht. Der Gewaltgrad ist ordentlich und weitaus höher als bei "Ninja" - die Freigaben lassen Umgekehrtes vermuten. Bonuspunkte für den Schauplatz Berlin.

Cirque Du Freak
Interessant abgedrehte Verfilmung der gleichnamigen Buchreihe, in der ein Junge zwischen zwei Fronten gerät, als er anfängt, für einen Vampir zu jobben. Bis in die Nebenrollen gut besetzt, temporeich inszeniert und mit hübschen Sets garniert. Endet offen, wird aber hoffentlich fortgeführt.
Positiv: John C. Reilly spielt mal keinen Idioten.
Negativ: Die niedliche love interest des Jungen hat einen Schwanz.

Percy Jackson & The Olympians
Bekloppt kurzweiliger Harry Potter Rip-Off, in der die griechische Mythologie für Baumschüler verwurstet wird. Vorhersehbar, lustig und für 12-jährige durchaus annehmbar.

Shutter Island
Wenn man nach 10 Minuten weiß, worauf es hinausläuft, bleibt der Weg zwangsläufig das Ziel; ein Weg, der dank guter Schauspieler und einer behäbigen Inszenierung Scorseses aber nicht allzu steinig ist. Seine Glanzzeiten scheinen allerdings vorbei zu sein - Koksengpaß in Hollywood?

2012
Der Film ist so dummschlecht, daß es wehtut - da hilft auch nicht die Kurzweiligkeit und die sahnige Zerstörungsorgie, die Emmerich in den ersten zwei Stunden präsentiert. Sollte sich die Scheibe mal im Player verirren, sei empfohlen, sich unbedingt das alternative Ende anzuschauen, das macht die Farce nämliche erst richtig komplett.

Boondock Saints II
Teil eins in grün; was vor 10 Jahren schon nicht ging, da das tarantinoeske postmoderne Zitatekino damals schon anfing zu nerven, geht heute erst recht nicht mehr. Zwei Hauptdarsteller, die so aussehen, als hätten sie zwischen den Drehs 10 Jahre lang durchgesoffen, schießen sich mit coolen Sprüchen auf den Lippen durch eine Horde Bösewichter und wirken dabei wie lächerliche Schießbudenfiguren. Das alles ist weder lustig, noch cool, noch gut. Und die selbstverliebte Regie des eitlen Gockels Duffy erledigt den Rest, um den Film so richtig hassenswert zu machen.

Survival Of The Dead
Romero macht jetzt auch Komödien, und da er dies genauso souverän beherrscht, wie das Reality Genre, drehen die Fans gleich am Rad. Dabei ist Survival genauso kompromißlos wie alle seine Filme, und hat sehr sehenswerte Momente.
Die Szene mit der Handgranate und dem hölzernen Bootshaus ist aber in der Tat grenzwertig und hat das Potenzial zum Trash-Act des Jahres.

Halloween II
Nach dem schwachen Erstling zeigt Zombie allen Fans den Stinkefinger und dreht diesmal wirklich seine eigene Version des Stoffes. Michael ist ohne Maske zu sehen, er spricht, Laurie ist zum Kotzen unsympathisch, der Film ist anstrengend und wunderschön. Das Ende ist atemberaubend großartig - zumindest im Director's Cut.

The Slammin' Salmon
Nach "Club Dread" und "Beerfest" schalten Broken Lizard wieder einen Gang zurück und servieren eine mäßig lustige Komödie im Restaurant-Milieu. Die Charaktere sind zwar wieder stark überzeichnet, aber durch die Einschränkung auf einen einzigen Handlungsort verläuft alles in wesentlich geordneteren Bahnen; man hat das Gefühl, die Kellnerkostüme würden die Kreativität der Truppe einengen.

Kommentare:

  1. Da lande ich auf der Suche nach einem qualifiziertem Beitrag zu "Cirque du Freak" doch tatsächlich bei uns. Gut, Dein Geschreibsel ist letztlich natürlich gar nicht qualifiziert, aber Dein Filmverstand ist noch helle, heller als Rüdiger Suchslands beispielsweise. Sehr schöner Film: massenkompatibel, aber doch bizarr phantasievoll und schwarzhumorig - so wie man sich das jüngst eigentlich von Burton gewünscht hätte.

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  2. Der Burton-Vergleich war mir jetzt zu platt - außerdem hatte ich da Angst vor Haue von Rajko, aber stimmt. Es ist mir auch unbegreiflich, wieso der überall so vehement verrissen wird.
    Letztendlich ein wirklich hübsches Märchen für Kinder und Peter Pane wie uns.

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  3. Da lande ich auf der Suche nach einem qualifiziertem Beitrag zu "Halloween II" doch tatsächlich bei uns. Gut, Dein Geschreibsel ist letztlich natürlich gar nicht qualifiziert, aber Dein Filmverstand ist noch unqualifizierter, unqualifizierter als Rajko Burchardts beispielsweise. Sehr dürftiger Film: massenunkompatibel, überlang und typisch für Zombie völlig ungelenk inszeniert. Aber 'nen paar gute Szenen hatte er.

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  4. Du disqualifizierst Dich hier schon dadurch, daß Du massenunkompatibel als ngativ aufzählst.
    Aber Du hast ja auch gar keine Ahnung. Nicht ungelenkt sondern unbequem - wie ein guter Horrorfilm eben sein muß.

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  5. Die Formulierung war natürlich künstlerische Freiheit. Das Ding hätte einfach etwas gestrafft werden können. Die ersten 10-Traumminuten sind ja völlig für die Katz. Und diese komischen Slowmotions von Zombie immer... Ein ganzer Film im Stile der Halloweenparty und ich hätte damit sehr gut leben können.

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  6. Gut, daß es nicht so kam, weil ich so sehr gut damit leben kann. Du bist mir da wie immer egal.

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