11.11.09

Konversation mit der Telekom

Durch Tumulders Erzählung fiel mir gestern mein letztes Erlebnis des Telefonterrors ein, das es echt in sich hatte.
Ich hasse es, anderenorts als in meinem eigenen Bett zu nächtigen, aber da dort irgendwelche Bauarbeiter meinten, um 7 Uhr morgens mit dem Preßlufthammer umgehen zu müssen, ließ ich mich letztens breitschlagen, bei meiner Freundin zu nächtigen.
Sie mußte gegen 6 Uhr raus - leise natürlich - also dachte ich, ich könnte mal wieder in Ruhe ausschlafen - bis ich gegen 11 Uhr vom Telefon geweckt wurde.

"Ja?"

"Guten Tag blablabla Telekom F. Otze* mein Name, dürfte ich bitte mit Frau Alfons sprechen?"

Ich bin ja gewieft und kenne diese Anrufe, also brachte ich meinen Standardspruch:

"Kein Interesse. Schönen Tag noch."

Also die letzten Jahre hat sich das immer bewährt und die Leute haben sich freundlich verabschiedet. Immerhin tue ich ihnen den Gefallen, ihnen nicht die Zeit zu stehlen, ohne was zu kaufen, sodaß sie ihre Energie lieber auf echte Opfer konzentrieren können; aber nein, die Schergen haben sich in letzter Zeit ein dickeres Fell zugelegt:

"Aber sie wissen doch gar nicht, worum es überhaupt geht."

"Es ist mir aber auch scheißegal."

"Was ist das denn für eine Einstellung? Sind sie immer so unhöflich?"

Im Normalfall hätte ich schon längst aufgelegt, aber irgendwie war die Dame so patzig, daß ich meine Ehre in Gefahr sah.

"Meistens schon; besonders, wenn man mich zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett klingelt."

"Ja aber es ist doch nach 11, da kann man ja anrufen."

"Aber nicht bei mir, kein Interesse. Schönen Tag noch."

Jetzt zog sie ihr Aß aus dem Ärmel

"Sie sind aber nicht unsere Vertragspartnerin. Ich möchte bitte mit Frau Alfons reden."

"Nö."

"Was heißt hier "Nö"? Ich arbeite für die deutsche Telekom und möchte mit meiner Vertragspartnerin reden!"

Jetzt wird sie pampig; das kann ich auch:

"Sind sie taub und blöd? Ich sagte Nö."

"Jetzt muß ich mich hier auch noch beleidigen lassen?"

"1. Ich habe sie nicht beleidigt, ich habe ihnen eine Frage gestellt.
2. Sie rufen bei mir an."

Resignation

"Sie wollen mir also wirklich nicht Frau Alfons geben?"

"Jupp."

"Und das entscheiden sie so einfach für sie?"

"Jupp."

"Aber vielleicht will Frau Alfons ja mit mir reden?"

"Nope."

"Woher wissen sie das denn?"

Zermürbung durch extreme Nerverei; glaubt die wirklich, das würde funktionieren?

"Ich habe hier die Hosen an; Frau Alfons tut, was ich sage. Und wenn ich ihr nicht erlaube, mit Ihnen zu spielen, dann spielt sie auch nicht mit Ihnen."

"Ich bin ja eigentlich eine ruhige Person, aber jetzt geht selbst mir der Hut hoch. Geben sie mir gefälligst Frau Alfons!"

"Sind sie ein verwöhntes Einzelkind, das immer alles bekommt, wenn es nur stetig lauter wird?"

"ICH WILL MIT FRAU ALFONS REDEN!"

"Dachte ich mir. Hör zu, Schätzchen; Frau Alfons kommt ans Telefon, wenn Die Hölle zufriert. Es ist Donnerstag 11 Uhr, da ist kein normaler Mensch zu Hause, sondern auf Arbeit - ein Prinzip, das man bei der Telekom vermulich nicht kennt. Wenn Du was von Frau Alfons willst, schick ihr einen Brief. Der einzige Grund, weswegen ich noch nicht aufgelegt habe, ist der, daß Deine Stimme ziemlich geil klingt, und ich mir so teures Geld für Telefonsex sparen kann. Also wie wärs, wollen wir uns mal treffen, damit Du Deine ohnehin schon feuchte Möse über meinen Schwanz stülpen kannst?"

"Tut...tut...tut...tut"

Alfons: 1 - Telekom: 0,
wobei ich zugeben muß, den Rest des Tages alle 30 Minuten den Hörer abgenommen zu haben, um das Freisignal zu checken, weil ich dachte, die würde vielleicht vor lauter Wut die Leitung kappen.

* die hieß wirklich so

video

Kommentare:

  1. Und das hat sich wirklich so zugetragen?

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  2. Ja.
    Wobei es durchaus sein könnte, daß die Dame schon vor meinem Möse über Schwanz stülpen Spruch aufgelegt hat, da bin ich mir nicht so sicher.

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  3. Ich habe in der Tat noch nie so eine widerlich penetrante Person am Telefon gehabt wie hier. Und bisher hat sich wohl auch niemand aus dem Laden mehr bei ihr gemeldet.

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  4. ...und wir wissen bis heute nicht, was die eigentlich wollten.

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  5. Ich hab ja Mitleid mit solchen Telefonisten.

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  6. Deswegen sage ich ja auch immer gleich "Kein Interesse" und "Auf Wiedersehe." Die meisten verabschieden sich dann ja auch, weil sie keine Zeit verschwenden wollen. Und wer sich nicht so verhält, hat eben Pech gehabt. Da gibts kein Mitleid von mir.

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  7. Das Gespräch hat insgesamt ca. 2-3 Minuten gedauert und ich wette, die mußte danach erstmal Pause machen, um wieder runterzukommen. Und beim Nächsten hat sie sich vielleicht vorher überlegt, ob sie so forsch weiterbohrt.

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  8. Bei "Haustürgeschäften" mach ich's ja auch so. Da kann ich den Leuten aber wenigstens ins Gesicht kotzen. Bei allen Fremden läuft's da knallhart nach 'Tür auf, "Kein Interesse", Tür zu'-Prinzip. So mach ich das bei den Zeugen Jehovas oder der Polizei.

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  9. Ich habe da überhaupt kein Mitleid mit dem Menschen auf der anderen Seite. Die rufen bei mir an, um mir etwas aufzuschwatzen. Wenn die wenigstens so ehrlich wären und sich mit Call Center Blablabla GmbH, wir rufen sie im Auftrag der Soundso AG an melden würden, dann wäre ich vielleicht freundlich, weil man mir damit signalisieren würde, daß man mich ernst nimmt. Wer mir aber schon bei der Begrüßung was vorlügt, der muß damit rechnen, daß ich ihn auch nicht ernst nehme. Und Studenten sollen Kellnern gehen. Studenten verdienen ihr Geld mit Kellnern und nicht damit alten Leuten Telefonverträge aufzuschwatzen. Basta.^^

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  10. Ich gehe ja grundsätzlich nicht an die Tür, wenn ich niemanden erwarte.

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  11. @alfons
    Richtig so, ist eh nur die GEZ.

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  12. Oh, die GEZ, der bin ich ja auch schon mal begegnet:
    Ich sitze vor ein paar Jahren im Sommer bei meinen Eltern auf der Terrasse und sehe eine finstere Gestalt am Hoftor kauern.

    Er: "Kommen Sie mal her!"

    "Was bitte?"

    "Kommen Sie mal her!"

    "Nein."

    "Ich bin aber vom RBB und Sie sind auskunftspflichtig."

    Oh, ein Scherge, denke ich freudig und schlendere zum Tor.

    "Wasn los?"

    "Sie sind nicht gemeldet."

    "Stimmt."

    "Warum nicht?"

    "Warum sollte ich?"

    "Sie können mir doch nicht erklären, daß sie keine Rundfunkgeräte zum Empfang bereit halten?"

    Immer diese lustigen Paragraphenzitate, die einen überlegenen Eindruck hinterlassen sollen...

    "Kann ich wohl - is nämlich so."

    "Aber da hängt ja eine Satellitenantenne am Dach."

    Verdammmt, jetzt hat er mich.

    "Sie können mich gerne berichtigen, aber im Rundfunkgebührenstaatsvertrag steht mit keiner Silbe, daß Antennen anmeldepflichtig sind."

    Seine Miene verzieht sich, er ist es scheinbar nicht gewohnt, daß man sein Gesetz kennt.

    "Jetzt kommen Sie mir nicht so. Wer hat denn eine Antenne und keinen Fernseher?"

    "Sowie es aussieht wohl mindestens ich."

    "Und das soll ich Ihnen glauben?"

    "Ehrlich gesagt ist es meine letzte Sorge, ob sie mir glauben oder nicht. Sie wollten Auskunft, die haben sie bekommen."

    "Hrmpf, wir melden uns bei Ihnen."

    "Ich bitte darum. Auf Wiedersehen"

    Eine Woche später kam ein Brief, den meine Eltern dann wahrheitsgemäß mit "Keine Geräte vorhanden" beantwortet haben.

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  13. GEZ, da kenn ich auch einen guten. Wieder am Telefon.

    "Guten Tag, 1Live Radio. Darf ich sie fragen wie oft sie 1Live hören?"

    "Gar nicht."

    "Und andere Radiosender?"

    "Sie sind wohl von der GEZ?"

    Und schon war das Gespräch ohne mein weiteres Zutun beendet. Ich schätze mal, da habe ich den Nagel auf den Kopp getropfen.

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  14. warum machen sich alle viel mehr gedanken um dass gespräch, als um frau alfons - die hätte ich ja schon einmal gern gesehen. wäre doch interssant zu wissen, wie die dame aussieht, die es mit dem alfons so lange aushält! hab übrigens mal recherchiert und im netz folgendes hochzeitsvideo von herrn und frau alfons gefunden...
    http://www.youtube.com/watch?v=J2EypojAng8

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  15. Ich kenne Frau Alfons, die sieht so aus

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  16. Ups, ich hab aus Versehen einen falschen Kommentar gelöscht, wollte eigentlich nur tumulders Fehlkommentar entfernen.

    dl:" Finde ich gut, daß Die Hölle bei Dir ein Eigenname ist" oder so ähnlich...

    Muß sein, denn sonst würde ich sie ja als einen realen, bereisbaren Ort anerkennen.

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