4.11.13

Die Lehrmeister unserer Töchter und Söhne

Habe mich gerade prächtig auf dem Klo amüsiert. Nein, ausnahmsweise nicht mit mir selber. Ich las eine Lektüre.

Im aktuellen UniSpiegel steht:

Langzeitstudentin Marina Kavelj, 32, hat drei verschiedene Studiengänge ausprobiert. Jetzt steht sie endlich kurz vor dem Abschluss. Ihr Tipp nach 13 Jahren an der Hochschule: nicht so verbissen sein.
UniSPIEGEL: Glückwunsch, Frau Kavelj, nun haben Sie es fast geschafft.
Kavelj: Ja, danke. Dass ich bald einen Studienabschluss habe, kann ich selbst kaum glauben.
[...]
UniSPIEGEL: Mit 28 Jahren haben Sie sich entschlossen, Lehramt zu studieren. Die richtige Entscheidung?
Kavelj: Absolut. Ich habe zu meinen alten Fächern, also Englisch und Geschichte, noch Deutsch dazugenommen und bin jetzt glücklich. Für mein Ziel habe ich einige Umwege gemacht, aber auch viele Einsichten gewonnen.
UniSPIEGEL: Etwa, dass Sie Hausarbeiten nicht immer in der Nacht vor der Abgabe schreiben sollten?
Kavelj: Ich kann nicht anders. Ich habe es wirklich versucht. Gestern musste ich meine Abschlussarbeit abgeben. Drei Monate waren dafür vorgesehen, geschrieben habe ich sie nur in einem Bruchteil der Zeit. Ich habe mich damit abgefunden.
[...]
UniSPIEGEL: Wenn Sie bald Lehrerin sind, dann haben Sie sicher viel Verständnis für Schüler, die etwas länger brauchen?
Kavelj: Ehrlich gesagt bin ich da ziemlich streng.
UniSPIEGEL: Bitte?
Kavelj: Sie haben recht, vielleicht sollte ich durch meine Erfahrung auch bei meinen Schülern zukünftig etwas verständnisvoller und nachsichtiger sein.


Kommentare:

  1. Was? Wieso das Amüsement, Dirt? Wozu wird man sonst Lehrer, wenn nicht um seine eigenen Defizite komplementär an den Schülern auszuleben? Macht ja sonst kein Spaß, das Leben als Pädagoge. All die liederlichen und renitenten Blagen, die einem die ganzen Vormittage versauen. Wäre ich Lehrer geworden und hätte mich sozusagen virtuell-retrospektiv als Schüler gehabt, also ich hätte mir lustvoll eine saftige "6" verpasst. Weil ich wüsste dann ja, was ich für einer war/bin. Und für mich hätte ich absolut kein Verständnis. Wie schon Marschall Blücher sagte: "Immer feste druff". Das formt den Charakter.

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  2. Das fand ich daran eigentlich gar nicht mal so publikationswert - wobei Du natürlich recht hast. Mich hat aber eher amüsiert, dass da jemand 13 studiert und Kinder unterrichten soll und will und dann von einem vielleicht 25 Jahre alten Irgendwas-mit-Medien-Dauerjournalismus-Praktikanten die Erleuchtung erfährt. "Ach ja, stimmt. Sie haben Recht, eigentlich bin ich ja völlig bescheuert, gelle!?"

    Natürlich sollst Du bei DEN Erfahrungen auch bei meinem Kleindirt zukünftig etwas verständnisvoller und nachsichtiger sein, Du dumme Kuh.

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  3. Was? Warum das Amüsement, Dirt? Der Praktikant - Spiegel menschlicher Weisheit. Wusstest Du das etwa nicht? Praktikanten machen 90% der Arbeit im Betrieb, denken für Belegschaft sowie Chef gleich mit und sorgen dafür, dass die Welt ein besserer Ort wird. Deswegen bezahlt man sie ja auch nicht. Auch in diesem Fall hat also diese ideale Kombination von Sklave und Hofnarr einer verirrten Seele den rechten Weg gewiesen. Sie wird nun glücklich Beamtin mit Pensionsanspruch und der Praktikant bleibt - Praktikant. Und überhaupt: Woher soll denn eine angehende Lehrerin schon nach 13 Jahren das alles wissen? Dafür gibt's keine Punkte beim Masterstudiengang, respektive erst recht kein Modul beim Bachelor. Sowas lernt man erst im Leben, wenn einem der Weltgeist persönlich begegnet, i.e. der Praktikant.

    P.S.: Kleindirt? KLEINdirt? KLEINDIRT? WTF? Willste die Clickzahlen der Stammleser hochtreiben, Dirt?

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  4. Wie immer werden hier - in MV - eigene Brötchen gebacken. Natürlich wird, wer hier heute Lehrer wird, nicht Beamter. Daher wird solches Fallobst immerhin schon mal nicht den Mecklenburger Nachwuchs verziehen, denn dieser würde sie terrorisieren und ihr Burn-out-Potenzial herauskitzeln und sie könnte sich nicht auf ihrem Amt ausruhen. Dann könnte sie ja nochmal studieren. Vielleicht Bibliothekswissenschaften.

    Natürlich wird, wer hier heute Lehrer wird, noch ein Staatsexamen erworben haben. Bis hier Bachelor/Master-Lehrer ausgebildet werden, werden noch Jahre vergehen. Bismark'sches Gesetz.

    P.S. Natürlich will ich das. Was soll ich mit 'ner Göre? Ich bin doch nicht bescheuert. Frisst mir die Haare vom Kopf. Schreit rum. Ich könnte nicht mehr mit Rollergirl im Wohnzimmer rumficken. Ich könnte Rollergirl nicht mehr betrügen. Und und und...

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  5. Oh verflucht - der MV Faktor, ich vergaß. In hundert Jahren also vielleicht mal. Da habe ich jahrzehntelang studiert und jahrelang gebloggt und dann muss erst der HotW-Dauerpraktikant Dirt kommen, damit ich Erleuchtung erfahre. Eigentlich bin ich vollkommen bescheuert, dass ich diesen Blog mitlese und nie was verstehe, wie ich mir eingestehen muss. Vielleicht sollte ich auch nochmal was draufsatteln zum Studieren? Irgendwas mit Medien? Nicht übel hätte ich jetzt Lust, Lehrer zu werden. Verständnis für Schüler, die im Unterricht Sachen wie HotW lesen hätte ich dann nicht, weil ich da auch etwas streng wäre. Aber wahrscheinlich würde ich in der Klasse von den ganzen Kleindirts eh nur verarscht.

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